KI und Operationsraum Weltraum im Mittelpunkt

Die Resonanz war so hoch wie in keinem Jahr zuvor: Die 7. Auflage der F&T-Zukunftslagekonferenz, zu der das Bundesministerium der Verteidigung einmal im Jahr einlädt, verzeichnete mit rund 130 Teilnehmenden einen neuen Besucherrekord. Zwei Tage trafen sich Expertinnen und Experten aus dem Geschäftsbereich des BMVg, der Forschung und dem BDSV in Köln, um über zukünftige Technologien zu diskutieren und ihre Relevanz für die Bundeswehr zu bewerten. Angesichts einer zunehmend schwierigen sicherheits- und verteidigungspolitischen Weltlage standen insbesondere die Themen Künstliche Intelligenz und der Operationsraum Weltraum im Mittelpunkt. Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung lagen wie in den vergangenen Jahren bei der Forschungsgruppe Wehrtechnische Zukunftsanalyse (WZA) des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informations-verarbeitung und Ergonomie FKIE.

»Die Zukunftslagekonferenz schaltet das Fernlicht an. Sie richtet den Blick auf das, was nicht morgen und wahrscheinlich auch nicht übermorgen kommen wird, aber auf das, womit wir uns befassen müssen«, sagte Ministerialrat Maik Kammermann, Referatsleiter »Nationale Forschung und Technologie« im BMVg (IC II 3), anlässlich der Eröffnung. Wie bedeutsam vor diesem Hintergrund ein ressortübergreifender Dialog ist, machte der Stellvertretende Abteilungsleiter »Innovation und Cyber« im BMVg, Ministerialdirigent Eckart Meyer-Höper, in seiner Keynote deutlich: »Die Bedrohung bezweifelt mittlerweile niemand mehr. Die Zukunftslagekonferenz zeigt, wie wichtig es im Sinne einer ‚Integrierten Sicherheit‘ ist, alle Akteure zusammenzubringen. Das hohe Interesse an dieser Veranstaltung wird der Bedeutung des Themas gerecht.«

 

Hochdynamische Entwicklung und große Bandbreite neuer Themen

Neben Vertretern des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, der Ressortforschungseinrichtungen des BMVg, der wehrtechnischen Industrie, der verteidigungsbezogenen Forschungseinrichtungen von DLR und Fraunhofer-Gesellschaft sowie des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) waren erstmals auch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit seinem Referat für Sicherheitsforschung sowie erneut das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in Köln vertreten. Das Thema KI und ihre Anwendungspotenziale im militärischen wie zivilen Bereich setzte einen inhaltlichen Schwerpunkt der Konferenz. Daneben galt dem Operationsraum Weltraum besondere Aufmerksamkeit in den Vorträgen und Diskussionen, dem als Handlungs- und Aufklärungsraum aktuell hohe Relevanz zukommt: Hier kennzeichnen eine hochdynamische Entwicklung und die große Bandbreite neuer Themen – von den niedrigsten Orbits bis in den cis-lunaren Raum – die Lage.

Vor dem Hintergrund der sich beschleunigenden Innovationszyklen von heute bewertete Meyer-Höper die Relevanz der Zukunftslagekonferenz höher als je zuvor: »Die wehrtechnische F&T ist durch die Umstrukturierung des BMVg nun näher an den Streitkräften positioniert. Ziel ist es, Innovationen noch schneller in die Bundeswehr zu bringen. Gleichzeitig müssen wir aber den weiten Blick in die Zukunft behalten. Es braucht ein Innovations-Ökosystem, das Technologie-Scouting ebenso einschließt wie die Ankopplung an die Fähigkeitsentwicklung. Die F&T-Zukunftslagekonferenz ist ein wesentlicher Teil dieses Ökosystems.«

 

Gesamtverteidigung als Gemeinschaftsaufgabe

Ein positives Fazit der zweitägigen Veranstaltung zog WZA-Co-Leiter Hans-Martin Pastuszka: »Unter den Teilnehmenden war ein deutliches Lagebewusstsein zu neuen Technologien und den damit verbundenen Herausforderungen für die Bundeswehr im Rahmen der Gesamtverteidigung erkennbar. Handlungsbedarf wurde klar angesprochen, Lösungsoptionen wurden aufgezeigt. Austausch und Vernetzung sind hierfür erste Grundvoraussetzung, denn Gesamtverteidigung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und gelingt nur durch die enge Zusammenarbeit von Ressorts, Streitkräften, Forschung und Industrie.« Hierzu leiste die Zukunftslagekonferenz einen wichtigen Beitrag. Das Datum der nächsten Ausgabe steht bereits fest: Sie findet am 16. und 17. März 2027 statt.

Letzte Änderung: