Team FKIE stellt sich vor

Begeisterung für VR und anwendungsorientierte Forschung

© Fraunhofer FKIE/Martin Mundt
Für die VR-Missionsplanung im Projekt »AutoAuge« hat Lisa eine dreidimensionale Teleporationsmethode entworfen, die sie hier erprobt: Per Teleportation können die blauen Plattformen erreicht werden, um aus unterschiedlichen Perspektiven – hier: aus unterschiedlichen Höhen – die Umgebung im Blick zu haben.
© Benjamin Weyers
Beim »GI VR/AR Workshop 2020« fand auch das abendliche Get-together coronabedingt nur virtuell statt – natürlich in VR. Hier im Gespräch: die Avatare von Lisa und ihrem Doktorvater Prof. Dr. Benjamin Weyers von der Universität Trier.

Lisa, du bist Informatikerin geworden, um deinen Kindheitstraum »Spielemacherin« zu verwirklichen. Stattdessen promovierst du jetzt am Fraunhofer FKIE im Bereich Virtual Reality (VR). Wie kam es dazu?

Lisa: Seit ich weiß, dass es so etwas wie VR gibt, bin ich Feuer und Flamme. Ich meine: Was ist noch cooler als ein Computerspiel in 2D? Ein Spiel in 3D, in VR! Im Studium habe ich festgestellt, dass ich zwar wirklich gerne Anwendungen baue, mich die Forschung aber eben noch mehr interessiert. Als Spieleentwickler setzt man viele Dinge praktisch um und arbeitet kaum theoretisch – es ist einfach wenig Forschung, wenig wirklich, wirklich Neues dabei: Es gibt keine Heureka-Momente! Deswegen habe ich mich dann für die Forschungsseite entschieden.

 

Warum hast du dir für deine Promotion das Fraunhofer FKIE ausgesucht?

Lisa: Für meine Promotion und die Forschung war und ist es mir wichtig, immer im Blick zu behalten, wo es später hingeht: Was genau ist mein Ziel? Wofür mache ich das? Ich will den Boden unter den Füßen nicht verlieren. Da hilft es sehr, wenn man viel mit den späteren Nutzern zusammenarbeitet. Und das hat am FKIE von Anfang an richtig gut funktioniert: Wir sind häufig beim Kunden, probieren etwas aus oder machen eine Studie mit Nutzern. So kann ich meine theoretische Arbeit immer wieder direkt in verschiedenen Projekten praktisch einbringen.

Wenn man also nicht nur Grundlagenforschung machen, sondern auch forschen will, um reale und in absehbarer Zeit umsetzbare Forschung zu betreiben, dann ist man für seine Promotion am FKIE genau richtig.

 

Dein Dissertationsthema sind (vereinfacht gesagt) »Fortbewegungsmethoden in VR«. Kannst du das einmal kurz erklären?

Lisa: In VR muss man in den meisten Applikationen irgendwie von A nach B kommen, man muss seine Position oder Orientierung in der VR verändern. Real ist das relativ einfach. Wir laufen einfach ein Stück oder drehen uns um, fertig. In VR hingegen gibt es hier Einschränkungen, z. B. wenn es im realen Raum Wände oder Hindernisse gibt, die es in der virtuellen Welt nicht gibt, dann ist das reale Laufen gar nicht mehr so einfach. In VR gibt es dafür unglaublich viele Möglichkeiten, die sogenannten Fortbewegungsmethoden, die dann auch wiederum unglaublich unterschiedlich sind. Hier schaue ich mir an, wie sich diese Methoden untereinander verhalten, untersuche sie auf Ähnlichkeiten oder gleiche Effekte und wie und wo man welche einsetzen kann.

 

Was fasziniert dich an deiner Arbeit?

Lisa: Das Potenzial. Und die Begeisterung. Nicht nur meine eigene, sondern viel mehr die Begeisterung der anderen: Wenn ich unsere Arbeit vorstelle, z. B. an einem Messestand, und die Leute dann unter Umständen sogar zum ersten Mal eine VR-Brille anziehen, dann ist das immer so ein Wow-Effekt, den man so sonst einfach kaum rüberbringen kann. Und auch als »Erfahrene« kann ich immer wieder in neue Welten eintauchen, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und zu bauen.

 

Auch wenn du gar nicht genug Zeit in der virtuellen Welt verbringen kannst, was macht für dich das Arbeiten am FKIE in der realen Welt aus?

Lisa: Das sind einfach die Kollegen. Wir haben hier sehr viele junge Leute und so ein richtig dynamisches Team, das macht einfach Spaß. Es ist ein bisschen wie in der Serie Eureka: Da sind auch überall irgendwelche verrückten Leute oder Genies oder Forscher, die alle total begeistert und motiviert bei der Sache sind, sich aber auch privat total gut verstehen. Sie sind begeistert und deswegen reden sie auch gerne darüber.

Am FKIE sieht man bei sehr vielen Kolleg*innen, dass sie für das brennen, was sie machen und hört sie begeistert darüber reden. Das spornt einen selbst dann auch nochmal mehr an und man bekommt von allen Seiten etwas mit. Die große Interdisziplinarität hier am FKIE ist ebenfalls eine tolle Sache: Bei MMS gibt es Psychologen, Informatiker, Designer… Es gibt irgendwie alles und alle arbeiten direkt im gleichen Projekt zusammen.

 

Was erhoffst du dir für deine Zukunft hier am FKIE?

Lisa: Ach, eigentlich kann das so weitergehen. Ich bin gerade schon sehr zufrieden. Ich fände es einfach cool, wenn ich so in meinem Bereich weiterarbeiten könnte wie bisher und eventuell noch ein bisschen etwas auf- oder ausbauen könnte: am liebsten viele neue coole VR- und AR (Augmented Reality)-Projekte.