KOM | Kommunikationssysteme

Die Abteilung »Kommunikationssysteme« (KOM) führt konzeptionelle und experimentelle Forschungsarbeiten zur effizienten Nutzung, Aufklärung und Störung von Kommunikationssystemen durch. Grundlage der Forschungsaktivitäten sind insbesondere taktische Einsatzszenarien in einem multinationalen Umfeld. Die Anforderungen, die sich aus der Vernetzten Operationsführung in derartigen Szenarien für die Bundeswehr ergeben, sind der Ausgangspunkt unserer Arbeiten.

Die in der Abteilung vorhandene Expertise erlaubt es, Kommunikationssysteme bezüglich Sicherheit, Zuverlässigkeit und Mobilität über alle OSI-Schichten der Netzwerkprotokollarchitektur hinweg zu untersuchen und für die Mobile taktische Kommunikation zu optimieren. Dies ermöglicht den Entwurf rasch einsetzbarer Kommunikationssysteme, die zu einer informationstechnischen Überlegenheit und zu gesteigerten militärischen Fähigkeiten in der Führung wie auch Funkaufklärung führen.

Mit den Forschungsgruppen »Robuste heterogene Netze«, »Software Defined Radio« sowie »Aufklärung und Störung« unterstützt die Abteilung die Bundeswehr und Behörden für die zivile Sicherheit bei der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben. Dies erfolgt insbesondere durch spezifische Beratungstätigkeiten und das Einbringen von Ergebnissen in diverse nationale sowie internationale Standardisierungs- und Entwicklungsvorhaben.

Aufklärung und Störung von Kommunikationssignalen 

Die Forschungsgruppe »Aufklärung und Störung« betrachtet alle Aspekte der signalerfassenden Aufklärung und der Störung von Kommunikationssignalen. Es werden Algorithmen und Systeme zur ein- sowie mehrkanaligen Signalanalyse entwickelt. Einen Schwerpunkt bilden Methoden zu Mustererkennung für breit- und schmalbandige Erfassungssignale. Die entwickelte Technologie wird in leistungsfähige Funktionsmuster integriert. Schwerpunkte sind die Verarbeitung von Funk- und Audiosignalen, Smart-Antenna-Methoden, Möglichkeiten zum gezielten Stören von Funkübertragungen sowie die Bestimmung von Funkwellenausbreitungen und möglichen Störeinflüssen auf Funkübertragungen. Zu den Stärken der Gruppe zählt die Technologie-Weiterentwicklung in engem Kontakt mit den Kunden.

 

Moderne Funkverfahren für den taktischen Einsatz 

Die Forschungsgruppe »Software Defined Radio« trägt zur Entwicklung und Standardisierung moderner netzwerkfähiger Funkverfahren für den taktischen Einsatz bei. Der Fokus liegt auf Wellenformen für den Koalitionseinsatz. Getreu dem Motto »Interoperabilität durch Portabilität« geht es nicht nur um das Beitragen zu technischen Spezifikationen, sondern auch um die effiziente Implementierung als Wellenform-Applikation für Software Defined Radio. Zusätzlich werden Zukunftstechnologien zur effizienten Nutzung des knappen Frequenzspektrums, wie Cognitive Radio und Full-Duplex Radio, erforscht.

 

Sichere Informationsübertragung 

Die Forschungsgruppe »Robuste Heterogene Netze« entwickelt durchgehende Konzepte, Technologien und zivile und militärische Standards für eine sichere, IP-basierte Informationsübertragung in heterogenen Netzen. Für die netzwerkzentrierte Operationsführung ist eine Integration von Informationen aus taktischen Netzen unverzichtbar. Die Abstraktion spezifischer Kommunikationslösungen auf der Basis robuster Internet-Protokolle schafft insbesondere auch für Koalitionsnetze die Möglichkeit für eine nahtlose Integration der Systeme und durchgehende Konzepte für Priorisierung, Sicherheit und Mobilität.

Infrastruktur 

  • FKIE-KOM betreibt ein Hochfrequenz-Labor, in dem auch in elektromagnetisch abgeschirmter Umgebung umfangreiche experimentelle Untersuchungen durchgeführt werden können.
  • Propsim Mehrkanal-Emulator zum reproduzierbaren Testen von Funk-Kommunikationsmitteln mit realistischen Kanalmodellen 

 

Netzwerke  

  • IST Panel der NATO STO
  • NATO-Gruppen im IST-Panel wie
    • IST-142 RTG Software Defined Network Architectures for Federated Networks
    • IST-146 RTG Electromagnetic Environment Situational Awareness
    • IST-147 RTG Military Applications of Internet of Things
    • IST-152 RTG Intelligent, Autonomous and Trusted Agents for Cyber Defense and Resilience
    • IST-161 RTG Efficient Group and Information Centric Communications in Mobile Military Heterogeneous Networks
    • IST-172 RTG Airborne Beyond of Line of Sight Communication Network
    • IST-175 RTG Full-Duplex Radio Technology for Military Applications
  • NATO-Gruppen im SCI-Panel wie
    • SCI-297 Distributed EW Operations in the Modern Congested RF Environment
    • SCI-304 Optimised and Reconfigurable Antennas for Future Vehicle Electronic Counter Measures
  • NATO Team of Experts on ECM for RCIED
  • NATO CWIX Focus Areas on Communications and on Future Core Services
  • IEC-Arbeitsgruppe TC 88/PT 61400-40 Electromagnetic Compatibility (EMC) – Requirements and Test Methods
  • Wireless Innovation Forum
  • European Defense Agency
    • CapTech Information-, Communication- and Security-Systems
    • Ad-hoc WG on SDR Standardization Strategic Guidance
    • Cyber Defence Ad Hoc WG
  • Fachausschuss HF-2 ‚Funksysteme‘ der Informationstechnischen Gesellschaft des VDE
  • KG BÜSS - Bundesweite Überprüfungen zum Schutz von Sicherheitsfunkdiensten im Zusammenhang mit der Sicherheitsfunk-Schutzverordnung (SchuTSEV) der BNetzA
  • Fachausschuss EMV TR09 der FGW – Bestimmung der hochfrequenten Emissionen von regenerativen Energieerzeugungseinheiten
  • DKE 383.0.40  Windenergieanlagen – Elektromagnetische Verträglichkeit

 

Universitätskooperationen  

  • Durchführung von Lehrveranstaltungen
    • an der RWTH Aachen (Moderne Kanalkodierungsverfahren) 
    • an der Universität Bonn (Digitale Audiosignalverarbeitung und Mustererkennung)
  • Anbindung an die Universität Bonn durch eine apl. Professur von Dr. Frank Kurth, der eine Arbeitsgruppe »Audiosignalverarbeitung« am Institut für Informatik, Abteilung 4, leitet.
  • Kooperation mit der Abteilung »Communication and Networked Systems« des Instituts für Informatik an der Universität Bonn
  • Kooperation mit der Arbeitsgruppe »Verteilte Systeme« des Instituts für Informatik an der Universität Osnabrück
 

Presseinformation / 22.7.2024

RWTH ehrt FKIE-Wissenschaftler

Dr.-Ing. Marc Adrat, langjähriger Leiter der FKIE-Forschungsgruppe »Software Defined Radio«, ist zum Honorarprofessor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen ernannt worden. Adrat hält dort seit 2009 einen Lehrauftrag am Institut für Kommunikationssysteme (IKS).

 

Presseinformation / 21.3.2024

EDA-Wissenschaftspreis für Johannes Loevenich

Für seine neue Methodik zur Lösung komplexer Optimierungsprobleme in modernen taktischen Kommunikationssystemen hat die European Defence Agency (EDA) Johannes Loevenich mit dem »EDA Research, Technology, and Innovation Papers Award 2023« ausgezeichnet. Sein Ansatz konzentriert sich auf Kommunikationssysteme in mobilen Ad-hoc-Netzwerken, die besonders in militärischen Kontexten von Bedeutung sind.

 

Unterwasserkommunikation

Circa 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Was sich unter dem Meeresspiegel befindet, ist noch immer zu großen Teilen unbekannt. Unterwassersensoren, Glider und autonome Tauchfahrzeuge sollen dabei helfen, mehr über Ozeane herauszufinden. Doch wie gelangen die Daten an die Wasseroberfläche? Antworten auf diese Fragestellung erforscht das Fraunhofer FKIE seit mehr als zehn Jahren.

 

Presseinformation / 12.4.2022

Langjähriges Engagement gewürdigt

Die Liste der Preisträger ist kurz, doch nun steht auf ihr auch sein Name: Dr. Marc Adrat, langjähriger Forschungsgruppenleiter am Fraunhofer FKIE, ist mit dem President’s Award des Wireless Innovation Forums (WInnF) 2021 ausgezeichnet worden. Es würdigt damit Adrats langjähriges Engagement in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen des WInnF.

 

Lokales initiales Krisenmanagement (lokik)

Die ersten Tage und Wochen nach der Flutkatastrophe 2021, die insbesondere das Ahrtal schwer getroffen hat, zeigten vor allem eines: Es fehlte ein System, das Gemeinden und  Hilfsorganisationen ein flexibles Lagebild zur Verfügung stellt, um ad hoc und koordiniert vorgehen zu können. Das Fraunhofer FKIE hat angesichts der unmittelbaren Erfahrungen aus dieser Katastrophe das Projekt »lokik«, kurz für »Lokales initiales Krisenmanagement«, gestartet.

 

Presseinformation / 17.8.2021

Wissenschaftspreis für Dr. Jan Lewandowsky

Für seine herausragende Dissertation erhielt Dr. Jan Lewandowsky, Forscher am Fraunhofer FKIE, den Preis der Gisela und Erwin Sick Stiftung. Mit ihm werden Nachwuchswissenschaftler der TU Hamburg ausgezeichnet, die mit innovativen Lösungen einen nachhaltigen Vorteil für Mensch und Gesellschaft schaffen. 

 

Bedrohungen aus der Luft

Drohnen in der Hand von Kriminellen und Terroristen stellen eine ernste Gefahr dar. Sicherheitsbehörden stellen sich ihr mit Technik zum Erkennen und Bekämpfen von Drohnen entgegen. Das Verbundprojekt AMBOS entwickelte hierzu einen leistungsfähigen Demonstrator, der unter Einbeziehung zahlreicher Nutzer und mithilfe von Industriepartnern zu einem System integriert wurde, das Drohnen zuverlässig detektieren und abwehren kann.

 

Presseinformation / 24.1.2019

VDI-Preis für FKIE-Forscher

Mit seiner Masterarbeit »Neuronale Netze in der Sprechererkennung« hat Kevin Wilkinghoff, Wissenschaftler am Fraunhofer FKIE und Informatik-Absolvent der Universität Bonn, den dritten Platz des VDI-Förderpreises des Kölner Bezirksvereins erzielt.

 

Krisen-Warn- und Informationssystem

Während länger andauernder Schadenslagen wie Hochwasser oder dynamische Epidemien ist die Bevölkerung in hohem Maße auf Informationen von öffentlichen Stellen angewiesen. Zentrales Schlüsselelement ist hierbei die adressatengerechte Information. Genau an dieser Stelle setzt das Kommunale Krisen-Warn- und Informationssystem (KIWIS) an.

 

Ein-Antennen In-Band Full-Duplex Radio

Das Fraunhofer FKIE hat einen Demonstrator entwickelt, der die echt zeitgleiche bidirektionale Kommunikation auf ein und derselben Frequenz zwischen zwei Teilnehmern belegt. Aktuelle Forschungstätigkeiten in diesem Themenkomplex befassen sich nun mit wissenschaftlichen Fragestellungen, die der Steigerung der Relevanz für praktische Einsätze, insbesondere in Anwendungsfeldern der Verteidigung und Sicherheit, dienen.

 

Monitoring des Verlaufs der Artenvielfalt

Mit AMMOD haben 17 Universitäten und Institutionen mit Unterstützung des BMBF ein groß angelegtes Entwicklungsprojekt für Deutschland gestartet. Sein Ziel ist die kontinuierliche Erfassung der Artenvielfalt mithilfe bundesweiter Stationen, die Fauna und Flora automatisiert beobachten. Vorbild sind die automatisch arbeitenden Wetterstationen in Deutschland.