Gebündelte Kompetenz für gesamtstaatliche Verteidigung und Sicherheit am Fraunhofer FKIE

Das Wachtberger Verteidigerinstitut integriert zum 1. Januar 2026 das Euskirchener Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT und verstärkt sein Forschungsspektrum damit um zwei zukunftsrelevante Themen: »Innovationsforschung und Technologie-Vorausschau« sowie »Nukleare und Elektromagnetische Effekte«. Zudem übernimmt das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE damit auch die Geschäftsstelle SPACE der Fraunhofer-Gesellschaft.

Mit Blick auf die zunehmende Bedrohung an der NATO-Ostflanke und die wachsende Anzahl internationaler Krisenherde wird deutlich: Verteidigung und Sicherheit sind auch für Deutschland wichtiger denn je. Doch Technologien, die dringend für die Landes- und Bündnisverteidigung benötigt werden, müssen fortwährend erforscht, entwickelt, gemeinsam erprobt und in Produkte und Services überführt werden. Hier ist vor allem die angewandte Forschung und Innovation an der Seite von Bundeswehr, BOS und Industrie gefragt, für die das Fraunhofer FKIE seit mehr als 60 Jahren steht.

Substanzieller Beitrag zur Verteidigung und Sicherheit in Deutschland

Nun stellt es sich noch breiter für die gesamtstaatliche Verteidigung und Sicherheit auf und bündelt Kompetenzen: Die Abteilung »Innovationsforschung und Technologievorausschau« (INT) ergänzt das Portfolio um technologische Zukunftsanalyse, Technologievorausschau und Innovationsmanagement. Sie übernimmt dabei die Rolle eines »Fernlichts«. Ein herausragendes Beispiel dieser Arbeit ist die »Wehrtechnische Vorausschau«: In diesem kontinuierlichen Analyseprozess werden aktuelle Technologietrends bewertet und im Hinblick auf Forschungsstand, Zukunftspotenziale und die Implikationen für die Forschungs- und Technologieplanung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) und dessen nachgeordnete Amtsbereiche aufbereitet.

Die Abteilung »Nukleare und Elektromagnetische Effekte« (NE) widmet sich der theoretischen und experimentellen Erforschung der Auswirkungen ionisierender und elektromagnetischer Strahlung auf elektronische Bauteile und Systeme sowie deren Detektion. Mit einer europaweit einzigartigen Infrastruktur aus modernster Messtechnik, leistungsfähigen Strahlungsquellen und Simulationseinrichtungen führt NE Strahlungstests an Satellitenkomponenten durch, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber der erhöhten Strahlenbelastung im Weltraum zu prüfen. Darüber hinaus untersucht die Abteilung innovative Schutz- und Abwehrmethoden, beispielsweise wie unbemannte Flugsysteme gezielt durch elektromagnetische Strahlung abgewehrt werden können.

Gleichfalls zum 1. Januar übernimmt das Fraunhofer FKIE als Geschäftsstelle die Koordination des Themas »Space« für die gesamte Fraunhofer-Gesellschaft. Damit fungiert das Institut innerhalb der Allianz Fraunhofer AVIATION & SPACE als Anlaufstelle für alle raumfahrtbezogene Anfragen von Industrie, Wissenschaft, Behörden und Verteidiger. Dazu koordiniert das Institut, gemeinsam mit der Geschäftsstelle AVIATION am Fraunhofer IFAM, ein Netzwerk aus 35 Fraunhofer-Instituten mit Kompetenzen aus Sensorik, Optik, Kommunikation, Materialien, Energie bis hin zu Schutz und Sicherheit.

Domänenübergreifende und systemische Lösungen für die Digitalisierung der Streitkräfte

»Diese Themen fügen sich nahtlos und komplementär in das Spektrum des Fraunhofer FKIE ein. Unser Auftrag ist und bleibt es, Technologien und Prozesse zu entwickeln, um existenzbedrohende Risiken frühzeitig zu erkennen, zu minimieren und beherrschbar zu machen. Wir stehen hierbei fest an der Seite des Verteidigers«, so Prof. Dr. Peter Martini, Institutsleiter des Fraunhofer FKIE. Das Institut deckt damit sämtliche Domänen der Verteidigung und Sicherheit ab – zu Land, in der Luft, zur See, unter Wasser, im Cyberspace oder im Weltall.

In enger Kooperation mit strategischen Partnern nimmt das Institut hierbei die gesamte Verarbeitungskette von Daten und Informationen in den Blick: vom Gewinn der Daten mittels unterschiedlicher Sensoren, ihrer sicheren Übertragung über die geeigneten Protokolle und anwendungsspezifischen Verarbeitung durch Algorithmen bis hin zur fusionierten Lagedarstellung und Entscheidungsunterstützung.

Diese Informationsverarbeitungskette ist eingebettet in drei weitere Forschungsthemen, ohne die sie nicht einsetzbar wäre: Zum einen muss der Schutz der Hardware vor ionisierender oder elektromagnetischer Strahlung sichergestellt werden. Zum anderen gilt es, die Systeme vor Angriffen aus dem Cyberraum zu schützen. Zentrale Bedeutung für die Arbeiten am Fraunhofer FKIE hat zudem der »Faktor Mensch«: Im Fokus der Forschung steht die Entwicklung effektiver und effizienter Mensch-Maschine-Systeme.

Forschung, Entwicklung und Innovation für Entscheidungs- und Wirkungsüberlegenheit

Dank nunmehr elf Abteilungen mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Kernkompetenzen und Standorten in Wachtberg, Bonn und Euskirchen sowie Projektbüros in Leipzig, Mittweida und Aachen ist das Institut fachlich ab sofort noch breiter aufgestellt und liefert systemische Lösungen zur Unterstützung der gesamtstaatlichen Verteidigung und Sicherheit. Jede dieser Abteilungen betreibt Forschung und Entwicklung auf dem hohen wissenschaftlichen Niveau, für das der Name Fraunhofer steht. Mit Kompetenz in der Breite und Exzellenz im Detail stellt sich das Fraunhofer FKIE den aktuellen wissenschaftlich-technologischen Herausforderungen in den drängenden, verteidigungs- und sicherheitsbezogenen Fragestellungen unserer Zeit.

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