Team FKIE stellt sich vor

Internationale Konferenzen besuchen und das FKIE in der Cyber-Forensik-Community positionieren

© Fraunhofer FKIE

Preis, der I.: Im August 2017 erzielte das FKIE-Team Jan-Niclas Hilgert, Martin Lambertz und Daniel Plohmann, ebenfalls Kollege aus der Abteilung CA&D, beim »Digital Forensic Research Workshop« (DFRWS), einer der international führenden Konferenzen für digitale Forensik, den Preis für den besten wissenschaftlichen Beitrag.

© Volker Lannert

Preis, der II.: Dasselbe gelang ihnen im Juli 2018 gleich noch einmal. Doppelter Erfolg und das in Folge, auch in Fachkreisen gilt das als bemerkenswert.

© Volker Lannert

Im August 2018 stellten Jan-Niclas Hilgert und Martin Lambertz beim FKIE-Technologieforum Fachbesuchern das von ihnen entwickelte Netzwerkdatenanalyse-Tool »pcapFS« vor.

Jan, Du bist Informatiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung »Cyber Analysis & Defense«. Warum arbeitest Du gerne am FKIE?

JNH: Einer der Hauptaspekte, der mir am FKIE besonders gut gefällt, ist die Möglichkeit zu forschen. In den zwei Jahren, die ich jetzt schon in der Abteilung CA&D arbeite, haben wir unsere Forschungsergebnisse bereits auf verschiedenen Konferenzen weltweit vorgestellt. Abgesehen von den neuen Kontakten, die man dort knüpft, und dem Wissenstransfer mit anderen Forschern ist das natürlich auch eine tolle Gelegenheit, andere Städte kennenzulernen. Alles in allem sind solche Konferenzen eine super Motivation, um zu forschen und Paper zu veröffentlichen.

 

Dein Kollege Martin Lambertz und Du seid damit in der Tat sehr erfolgreich. In den vergangenen zwei Jahren konntet ihr gleich zweimal den ersten Platz für den besten wissenschaftlichen Beitrag des »Digital Forensic Research Workshops«, einer der weltweit führenden Konferenzen für digitale Forensik, gewinnen. Das motiviert doch sicher?

JNH: Ja, definitiv. Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir ab sofort jedes Mal versuchen, einen Award zu gewinnen. Unsere eigenen Erwartungen an unsere Paper setzt es aber auf jeden Fall hoch. Zudem erhält man hierdurch natürlich auch Aufmerksamkeit von anderen Wissenschaftlern, die in demselben Bereich arbeiten und forschen wie du, und hat die Gelegenheit, gemeinsam Ideen und Projekte zu entwickeln. In unserem speziellen Bereich ist es sehr wichtig, sich in der einschlägigen Forscherszene zu etablieren. Hier bei Fraunhofer FKIE wird da sehr viel ermöglicht und unterstützt.

 

Wie sieht es denn mit dem Frauen-Anteil bei diesen Forensik-Konferenzen aus? Spiegeln sie das Klischee der durch Nerds geprägten Männerdomäne wider?

JNH: Zunächst möchte ich einmal festhalten, dass auch Frauen Nerds sein können. Aber es stimmt schon, die Frauenquote bei den Forensik-Konferenzen ist gering. Jedoch ist das bekannt und wurde dieses Jahr auf dem DFRWS in Providence auch thematisiert: Woran liegt das? Wie können wir das ändern? Solche Fragen haben wir dort diskutiert. Insgesamt sollte das Studienfeld der Informatik interessanter und ansprechender für Frauen rübergebracht werden. Viele der Dozenten für Digitale Forensik in den USA, mit denen ich mich unterhalten habe, sind weiblich. Wir müssen weg von diesem Klischee, dass Informatik eine Männerdomäne ist, und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen.

 

Woran arbeitest Du im Moment?

JNH: Momentan arbeiten wir an einem Tool für die Analyse von Netzwerkverkehr, das wir im Oktober (2018) auf der »Open Source Digital Forensics Conference« vorgestellt haben. Zudem halten wir in diesem Semester zum ersten Mal eine Vorlesung über die Analyse und Exploitation von Programmen für Masterstudenten der Uni Bonn, die wir vorbereiten mussten. Außerdem betreue ich Studenten in Seminaren, Labs sowie bei ihren Bachelor- und Masterarbeiten.

 

Du darfst jetzt noch einmal abschließend frei aus dem Bauch heraus die Werbetrommel für das Fraunhofer FKIE rühren. Was würdest Du interessierten Bewerber(inne)n gerne mit auf den Weg geben?

JNH: Wer Spaß an praxisorientierter Forschung hat, der ist bei uns definitiv richtig. Die Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten, die du hier am Institut hast, findet man selten in der Industrie. Von daher ist die Arbeit bei uns ein toller Start in die Arbeitswelt. Außerdem sind die Kollegen supernett!