Auf die PROBE gestellt: Fraunhofer FKIE lädt Organisationen zum kostenlosen Sicherheitstest ein

Täglich werden weltweit 119 neue Sicherheitslücken bekannt, Cyberangriffe verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe – und zunehmend setzen Angreifende teilautonome KI-Systeme ein, die eigenständig Angriffe ausführen. Das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE startet daher jetzt die Pilotstudie PROBE und lädt deutsche Organisationen ein, ihre öffentlich erreichbaren Systeme auf den Prüfstand stellen zu lassen – kostenfrei, wissenschaftlich fundiert und mit konkreten Handlungsempfehlungen.

PROBE steht für »Pilotstudie zur Risikoanalyse Online exponierter Betriebe und Einrichtungen«. In Kooperation mit der Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS) untersucht die Abteilung »Cyber Analysis & Defense« des Fraunhofer FKIE öffentlich aus dem Internet erreichbare Systeme von Unternehmen, Kommunen, Kliniken und weiteren Einrichtungen aktiv auf Schwachstellen und Sicherheitslücken. Geprüft wird ausschließlich der vorab vereinbarte Umfang, zudem haben die Teilnehmer jederzeit die Möglichkeit, die Prüfung abzubrechen. Interessierte Organisationen können bis zum 15. November 2026 ihr Interesse unverbindlich bekunden. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, trifft das Projektteam eine Auswahl und meldet sich bis Ende November bei allen Interessierten.

Cyberangriffe auf IT-Infrastruktur

Laut Lagebericht 2025 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden zwischen Juli 2024 und Juni 2025 weltweit durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag bekannt. Diese bleiben für viele Organisationen nicht folgenlos: Rund 81 Prozent der von Cybervorfällen betroffenen deutschen kleinen und mittleren Unternehmen nennen die eigene IT-Infrastruktur als häufigstes Einfallstor für Angriffe (Hiscox Cyber Readiness Report 2025). Der Schutz dieser Angriffsflächen ist für das BSI daher der zentrale Ansatzpunkt, um die Cybersicherheit im Jahr 2026 zu verbessern. Vielen Organisationen fehlen jedoch die personellen und technischen Ressourcen, um ihre öffentlich erreichbaren Systeme regelmäßig und eigenständig auf mögliche Risiken zu prüfen. Die Folgen erfolgreicher Angriffe sind erheblich: »Schon eine einzige erfolgreiche Cyberattacke kann eine Organisation schnell sechs- oder siebenstellige Beträge kosten«, erklärt Dr. Jan-Niclas Hilgert von der Abteilung »Cyber Analysis & Defense«.

KI als Bedrohung und Werkzeug

Zusätzlich verschärft der Einsatz KI-gestützter und teilautonomer Angriffswerkzeuge die Lage. Öffentlich dokumentierte Fälle zeigen, dass solche Systeme bereits zur automatisierten Ausführung von Angriffshandlungen eingesetzt wurden. Daher unterstützt PROBE die teilnehmenden Organisationen dabei, potenzielle Risiken ihrer externen Angriffsfläche frühzeitig zu identifizieren.

Gleichzeitig untersucht PROBE im praxisnahen Einsatz den verantwortungsvollen Umgang mit agentischer KI in der Cybersicherheitsanalyse. Die KI übernimmt dabei klar abgegrenzte Analyseschritte und wird durchgehend von Experten des Fraunhofer FKIE fachlich begleitet, überprüft und validiert.

»Eine unabhängige Bewertung der eigenen externen Angriffsfläche liefert jeder Organisation wertvolle Hinweise – losgelöst von ihrem aktuellen Sicherheitsniveau. Mit PROBE möchten wir dazu beitragen, Schwachstellen zu erkennen, bevor sie von Angreifenden ausgenutzt werden können«, erklärt Hilgert.

Vorteile für teilnehmende Organisationen

  • Kostenfreie Teilnahme an einer wissenschaftlich unabhängigen Studie
  • Vertraulicher, individueller Ergebnisbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen
  • Beitrag zu einem bundesweiten wissenschaftlichen Lagebild zur Cybersicherheit (Alle Ergebnisse fließen anonymisiert in die Gesamtauswertung ein.)

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