Öffentliche Technologie- und Innovationsplanung

Die Forschungsgruppe »Öffentliche Technologie- und Innovationsplanung« untersucht, wie sich öffentliche Aufgaben angesichts technologischer, gesellschaftlicher sowie sicherheitsrelevanter Veränderungen wandeln und welche Innovationsbedarfe daraus entstehen. Ziel ist es, durch die Erhebung spezifischer Innovationsbedarfe und die ko-kreative Entwicklung maßgeschneiderter technischer sowie prozessorientierter Lösungen die Weiter- und Neuentwicklung von Fähigkeiten zu fördern.

Strategische Innovationsbedarfe im öffentlichen Bereich entstehen aus der Notwendigkeit, sich an bedeutende gesellschaftliche Veränderungen anzupassen. Dazu zählen etwa der digitale Wandel, veränderte sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen oder Anpassungen an den Klimawandel, wie die Energiewende. Diese Entwicklungen erfordern tiefgreifende Transformationsprozesse auf gesellschaftlicher und organisatorischer Ebene.

Im Mittelpunkt steht eine wissenschaftlich fundierte Analyse dieser Entwicklungen, um daraus zukünftige Bedarfe abzuleiten und strategische Planungsprozesse im öffentlichen Sektor zu unterstützen. Diese Unterstützung erfolgt beispielsweise im Auftrag der Europäischen Kommission, von Bundesministerien oder von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Zivile Sicherheit – Fokus: Bevölkerungsschutz und Resilienz
Die Analyse ermittelt Bedarfe und Lösungen zur Stärkung gesellschaftlicher und infrastruktureller Resilienz gegenüber Naturgefahren, Pandemien, Industrieunfällen, Terrorismus und hybriden Bedrohungen. Im Fokus stehen die Identifizierung benötigter Fähigkeiten, die Analyse kooperativer Prozesse sowie Aspekte von Prävention und Krisenbewältigung.

Innovationen in Gesundheitsschutz und Katastrophenmedizin
Der Gesundheitsschutz steht sowohl vor kurzfristigen Krisen wie Naturgefahren und Pandemien als auch vor langfristigen Herausforderungen durch Klima- und demografischen Wandel. Seit Jahren untersucht und bewertet die Forschungsgruppe Lösungen im Bereich Bevölkerungsschutz und in der Katastrophenmedizin – von Lageerfassung, Entscheidungsunterstützung und Versorgungskonzepten bis hin zu IT-gestützten Planungswerkzeugen und Strategien für resiliente Kommunikation.

Entwicklung ländlicher Räume
Ländliche Räume in Deutschland und Europa verändern sich durch Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, demografische Entwicklungen und Infrastrukturwandel. Dies wird interdisziplinär untersucht; dabei stehen Innovationsräume, Zukunftsperspektiven und die Resilienz gegenüber Klimafolgen, Versorgungslücken und Katastrophen im Mittelpunkt.

Nachhaltige Transformation
Untersucht wird, wie Gesellschaften angesichts von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Naturgefahren widerstandsfähiger und ressourcenschonender gestaltet werden können. Dazu werden Strategien zur Emissionsreduktion, Anpassung an Klimafolgen, effizienten Ressourcennutzung, zu bioökonomischen Ansätzen sowie veränderten Konsum- und Lebensweisen entwickelt.

Synergiebereich: Sicherheit, Verteidigung und Weltraum
Globale Herausforderungen wie Klimawandel, hybride Bedrohungen und geopolitische Unsicherheiten erfordern ein umfassendes Sicherheitskonzept, der zivile, militärische und wissenschaftliche Akteure einbindet. Der Synergiebereich Sicherheit, Verteidigung und Weltraum basiert auf interdisziplinärer Forschung und bestehenden Netzwerken des Instituts. Ziel ist es, Bedarfsüberschneidungen zu identifizieren, Sicherheitskonzepte weiterzuentwickeln und Bedrohungsszenarien zu analysieren.

Systematischer Planungsprozess
Der Prozess der Technologie- und Innovationsplanung für Akteure im öffentlichen Sektor wird systematisch und umfassend gestaltet. Dieser Prozess beginnt mit der Entwicklung anwendungsrelevanter Szenarien und erstreckt sich über die Bedarfserhebung, die Identifizierung möglicher Lösungen, die Analyse des operativen Kontextes sowie die Evaluierung und Validierung, bis hin zur Erstellung einer Roadmap zur praktischen Umsetzung.

Methoden und Techniken
Im modularen strategischen Planungsprozess werden vor allem partizipative Forschungs­methoden eingesetzt und weiterentwickelt. Hierzu zählen Techniken wie das World Café, Brainstorming, Brainwriting, Design Thinking und spielbasierte Formate. Zudem fördern Citizen-Science-Methoden die Einbindung der Öffentlichkeit in gesellschaftlich relevante Entwicklungsprozesse.

Sozialwissenschaftliche Unterstützung
Zur Unterstützung dieser inklusiven und anwendungsorientierten Innovationsprozesse werden auch sozialwissenschaftliche Methoden wie Interviews, Umfragen oder Akteurs-Netzwerk-Analysen angewendet.

Trendanalyse und Szenariodesign
Leitfrage: Was sind die Herausforderungen der Zukunft?

  • Entwicklung spezifischer Zukunftsszenarien basierend auf Megatrends
  • Nutzung des Szenariotrichters zur Analyse möglicher Zukünfte

Bedarfsidentifizierung
Leitfrage: Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um den zukünftigen Herausforderungen zu begegnen?

  • Identifikation und Priorisierung von Fähigkeitslücken
  • Nutzung partizipativer Formate wie Workshops und Interviews

Kontextanalyse
Leitfrage: Wie sieht der operative Kontext der möglichen zukünftigen Lösung aus?

  • Bestimmung technischer, prozeduraler und personeller Schnittstellen
  • Integration ethischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Perspektiven

Technologie- und Lösungsscreening
Leitfrage: Welche Technologien und Lösungen sind bereits vorhanden und welche müssen weiterentwickelt werden?

  • Nutzung des Analyse-Tools KATI
  • Identifikation und Bewertung von Technologien und prozeduralen Lösungen

Evaluierung und Validierung
Leitfrage: Wie gut erfüllt die vorgesehene oder neu entwickelte Lösung die gestellten Anforderungen?

  • Definition von Key Performance Indicators (KPIs)
  • Quantitative und qualitative Evaluationsmethoden

Roadmapping
Leitfrage: Was sind die einzelnen Schritte um den Bedarf zu decken?

  • Erstellung einer strukturierten Roadmap
  • Definition von Handlungsoptionen für Beschaffung und Forschung

DARE
Deployment and Engagement of Resources and Citizens for European Emergency Response

RESKON
Nachhaltige fähigkeitsbasierte und messbare Resilienzerhöhung von Staat und Verwaltung durch kontinuierliche Verbesserung

RADLÄR
RADlogistik in LÄndlichen Räumen

TeamUP
Holistic Capability and Technology Evaluation and Co-creation Framework for Unskilled First Responders and Enhanced CBRN-E Response

DIREKTION
Disaster Resilience Knowledge Network promoting innovation, technology uptake and multi-stakeholder cooperation

PCP-WISE
The Customization/Pre-Operationalization of Water Management Innovations from Space for European Climate Resilience