Ein Hauptkennzeichen des European Land Robot Trial sind problemorientierte Aufgabenstellungen. Sie orientieren sich an realen Situationen aus dem militärischen Umfeld und sind mit herkömmlichen Technologien nur schwer zu lösen. Dies soll einen zusätzlichen Anreiz für die Teams schaffen, innovative Lösungen zu entwickeln. Darüber hinaus sind bei der ELROB grundsätzlich automatisierte Lösungsansätze erwünscht - eine Forderung, die 2026 noch vertieft werden soll. Die zu bearbeitenden Aufgaben gliedern sich im Wesentlichen in vier Szenarien:
- Transport - Convoy (Transport with two vehicles)
Die Aufgabe soll mit mindestens zwei Fahrzeugen und dabei so schnell wie möglich sowie mit einer möglichst hohen Autonomie durchgeführt werden. Jedes Team erhält eine Karte mit GPS-Punkten, die in der vorgegebenen Reihenfolge innerhalb eines bestimmten Zeitraums abzufahren ist. Auf dem Rundkurs sind zudem verschiedene Zusatzaufgaben zu lösen, zusätzlich müssen die Teams mit weiteren Hindernissen wie Fremdfahrzeugen innerhalb des Konvois und stellenweise gestörtem GPS-Empfang zurechtkommen.
- Transport - Mule (Shuttle between two locations)
Der automatisierte Transport von Material zwischen zwei definierten Punkten bildet die Ausgangslage für diesen Parcours: Von einem vorgegebenen Startpunkt aus soll der Roboter zunächst einer Person folgen, die den Roboter zum Zielpunkt führt. Dieser Punkt wird im Anschluss als Wendepunkt beim autonomen Pendeln genutzt. Ziel sind möglichst viele autonome Fahrten zwischen Start- und Wendepunkt in einer vorgegebenen Zeit. Auch bei diesem Szenario haben die teilnehmenden Teams mit gestörtem GPS-Empfang, unerwarteten Hindernissen sowie einer plötzlich geänderten Streckenführung – etwa aufgrund von Sperrungen – zu rechnen.
- Search and Rescue (SAR) / CasEvac (Find and drag a dummy body)
Die Rettung von Verwundeten im militärischen Umfeld ist häufig eine schwierige und gefährliche Aufgabe. Die Verwundeten im bei der ELROB nachgestellten Szenario werden durch Dummy-Puppen von unterschiedlichem Gewicht simuliert. Die Aufgabe besteht darin, die Puppen innerhalb einer bestimmten Zeit mit größtmöglicher Autonomie zu finden, aufzunehmen, zu einer vorgesehenen Position zu transportieren und dort abzulegen. Zudem sollen die Teilnehmer an der Position des Dummys Bilder aufnehmen und dessen exakte Position bestimmen.
- Reconnoitering of Structures (3D mapping and search for OPIs)
Die Aufklärung von Strukturen und ihrer unmittelbaren Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil urbaner Kampfeinsätze. So stand 2024 in dieser Kategorie eine komplett verdunkelte Tunnelröhre im Fokus, in der verschiedene Objekte platziert wurden, die autonom erkannt, fotografiert und kartografiert werden mussten. Bei den aufzuklärenden Objekten handelt es sich häufig um Geräusch- und Wärmequellen sowie aus dem Güterfernverkehr bekannte Gefahrstoffschilder. Während der Suche muss zudem eine 3D-Karte der Umgebung erzeugt werden.