Maritime Systems

Der Schutz und der Einsatz maritimer Systeme und Infrastrukturen für militärische und zivile Anwendungen zählt seit vielen Jahren zu den Forschungsschwerpunkten des Fraunhofer FKIE. Im Einklang mit der Mission des Institutes sind die Fragestellungen dabei vorrangig auf sicherheitsrelevante Aspekte gerichtet.

Dazu zählen beispielsweise Assistenzsysteme zur Evakuierung von Kreuzfahrtschiffen oder zur Bewältigung von Havarien auf Seeschiffen, integrierte Sicherheitskonzepte für Hafenanlagen, prototypische Lösungen für Leitzentralen von Fregatten oder Fragen der Cybersicherheit von IKT-Systemen für die Navigation und Steuerung. Ergebnisse dieser Studien sind sehr realitätsbezogene, praxisrelevante Konzepte, die vielfach Eingang in Produktivsysteme, Prozessmodelle oder verbindliche Rechtsvorgaben gefunden haben. Von großer Relevanz sind dabei auch hier Fragen der Cybersicherheit, da Digitalisierung und Vernetzung eine herausragende Rolle bei der Weiterentwicklung der Wertschöpfungsstrukturen in der maritimen Welt spielen.

Zunehmende Bedeutung sowohl im militärischen wie auch im zivilen Bereich erlangen auch unbemannte Plattformen. Zu ihren Einsatzbereichen zählen u. a. die Detektion und Beseitigung von Minen, die Kartographierung des Meeresbodens oder die Exploration von Lagerstätten. Das Fraunhofer FKIE entwickelt in diesem Kontext leistungsfähige Technologien zur ressourcenoptimierten Missionsplanung, kommunikativen Anbindung oder eigenständigen Navigation autonomer Systeme.

Operationszentrale der Zukunft auf hoher See

Seit 2011 entwickelt das Fraunhofer FKIE eine Operationszentrale der Zukunft (OPZdZ) für schwimmende Plattformen mit dem Ziel, Empfehlungen für alle sie betreffenden ergonomischen Gestaltungsbereiche zu veranschaulichen: grafische Benutzungsoberflächen, Auslegung der physikalischen Anzeige- und Eingabegeräte, Optimierung der Arbeitsplatzanordnung und der Mensch-Maschine-Funktionsteilung. Die Empfehlungen wurden am Beispiel einer Marine-Operationszentrale umgesetzt.

 

Brandbekämpfung an Bord von Seeschiffen

Feuer an Bord! Für die Besatzung ein Schreckensszenario. Brennt ein Schiff im Hafen, ist zudem die landseitige Feuerwehr zuständig, die dafür nicht umfangreich ausgebildet ist. Um sie bei einem solchen Einsatz zu unterstützen, entwickelt das Fraunhofer FKIE ein »Einsatzunterstützungssystem für Feuerwehren zur Gefahrenbekämpfung an Bord von Seeschiffen« (EFAS). Ziel des Projekts ist die Ausstattung der Feuerwehr mit neuen Technologien für die Brandbekämpfung an Bord.

 

Sichere Navigation durch die Nordwestpassage

Die Nordwestpassage wird zunehmend schiffbar. Das ist gut, denn der Weg über sie ist im Vergleich zur Route zwischen Ostasien und Europa über den Suezkanal rund 5000 Seemeilen kürzer. Für Reeder bedeutet das eine enorme Ersparnis. Der Schiffsverkehr dort birgt jedoch enorme Risiken. Das von Fraunhofer mitinitiierte deutsch-kanadische Forschungsprojekt »PASSAGES« möchte das ändern.