Team FKIE stellt sich vor

Leidenschaft für Mensch-Maschine-Interaktion und Katastrophenmanagement

© Fraunhofer FKIE/Volker Lannert

Aktuell befasst sich Roelof van den Berg in der Abteilung MMS schwerpunktmäßig mit der Unterstützung der landseitigen Ausbildung bei der Marine. Seine Arbeit stellte er beim Technologieforum 2018, einer alle zwei Jahre stattfindenden Inhouse-Messe des FKIE, ausgewähltem Fachpublikum vor.

© Fraunhofer FKIE

Die Operationszentrale der Zukunft ist nur eines von vielen spannenden Laboren am Fraunhofer FKIE. Der Demonstrator der Abteilung MMS simuliert eine vollständig im Schiffsinneren gelegene Brücke, die dem Operateur mithilfe eines Drehstuhls und einer Panorama-Leinwand eine 360°-Lageübersicht auf See ermöglicht.

Roelof, Du bist Niederländer und hast auch Dein Studium vollständig in Delft absolviert. Was hat Dich nach Deutschland verschlagen? Und wie bist Du auf das Fraunhofer FKIE aufmerksam geworden?

RvdB: Nach Deutschland gekommen bin ich meiner damaligen Freundin, heute Frau, zuliebe. Sie ist Ärztin und wollte sich gerne in Deutschland weiterbilden. Ich habe gesagt, prima, ich komme mit. Meine erste Stelle hatte ich dann in Bremen bei Atlas Elektronik. Dort habe ich mit Unterwasserrobotern gearbeitet. Was mir hier jedoch fehlte, war die menschliche Komponente, denn diese Roboter agieren vollkommen autonom. Bereits während des Studiums waren Mensch-Maschine-Systeme und die Mensch-Maschine-Interaktion meine Schwerpunkte. Am meisten interessieren mich diese im Kontext des Katastrophenmanagements. Das ist das, woran ich unbedingt mitarbeiten möchte.

In Bremen blieb ich daher nur ein knappes Jahr und wechselte dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Hier gab es zwar eine kleine Gruppe, die sich mit dem Thema »Katastrophenmanagement« befasst, aber neben den Lehrstuhlaufgaben nur wenig Zeit für persönliche Entwicklung. Mein Traum war es zudem schon immer gewesen, einmal an einem großen Forschungsinstitut zu arbeiten, das stark anwendungsorientiert ausgerichtet ist – in der anwendungsorientierten Topforschung sozusagen. Und dann am besten auch noch in Richtung »Katastrophenmanagement«. Ich habe also recherchiert und bin so schnell auf das Fraunhofer FKIE gestoßen.

 

Und hast direkt einen Job bekommen!

RvdB: Oh nein, nicht direkt. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mich hier beworben habe, mindestens drei- oder viermal. Eigentlich jedes Jahr einmal. Immer wieder habe ich nach Stellenanzeigen geschaut und mich, auch wenn das gewünschte Bewerberprofil nicht richtig auf mich gepasst hat, beworben. Ich wollte unbedingt hierhin. Zweimal hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Beim zweiten Mal hat es dann geklappt.

 

Jetzt bist Du seit Februar 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut? Woran arbeitest Du gerade?

RvdB: Momentan arbeite ich an der Unterstützung der Aus- und Weiterbildung bei der Marine. Ein Teil ihrer Ausbildung geschieht auf See, ein anderer Teil an Land. Wir unterstützen die Marine dabei, den landseitigen Ausbildungsteil so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Das ist sehr spannend.

 

Wie sind Team und Kollegen?

RvdB: Mir gefällt es super. Ich habe tolle Kollegen. Die sind alle total offen und haben mich schon direkt in der ersten Woche dazu eingeladen, mit ihnen Karneval feiern zu gehen. Am Anfang habe ich auch noch fast nur Englisch gesprochen. Das war überhaupt kein Problem. Alle waren supernett.

 

Was gefällt Dir am meisten am FKIE?

RvdB: Seine Anwendungsorientiertheit. Viele der Auftraggeber suchen Lösungen für akute Probleme oder Verbesserungswünsche. Und sie haben teilweise auch ein wirtschaftliches Interesse an den Forschungsergebnissen. So wird das, was du hier machst, später auch verwendet und ist relevant für die Welt.

 

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

RvdB: Ich möchte auf jeden Fall hier bleiben, aber in den nächsten Jahren thematisch mehr in Richtung »Katastrophenmanagement« rücken, das ja ein großes Schwerpunktthema hier am Institut ist. Denn ich liebe es, Technologien zur Entscheidungsunterstützung und für ein besseres Situationsbewusstsein in komplexen Situationen zu entwickeln.