Team FKIE stellt sich vor

»Meine Begeisterung für Roboter kennt keine Grenzen«

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Im Rahmen der RoboCup-Weltmeisterschaft 2017 in Japan wurde Padmaja Kulkarni für ihre engagierte Mitarbeit in Wettbewerb und Team als vielversprechende Nachwuchswissenschaftlerin im Bereich Robotik ausgezeichnet.

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Beim Girls'Day 2018 gewährte Padmaja Kulkarni den jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen, die an diesem Tag beim FKIE zu Gast waren, einen Einblick in ihre Arbeit mit den Robotern. Sie möchte ihnen Mut machen, denn: »Es gibt noch viel zu wenig Frauen in der Robotik«, ist die engagierte Masterstudentin überzeugt.

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Für die »amazing robots« am Fraunhofer FKIE kann sich Padmaja Kulkarni immer wieder neu begeistern. Gerne würde die ehrgeizige junge Ingenieurin nach ihrem Masterabschluss weiter am FKIE bleiben und im Bereich Robotik forschen.

Padmaja, Du kommst aus Indien und hast dort bereits ein Maschinenbau-Studium abgeschlossen. Ein nicht ganz typischer Studiengang für eine junge Frau. Was hat Dich dazu bewogen?

PK: Schon mein ganzes Leben lang haben mich Maschinen fasziniert. Mein Vater hat dieses Interesse sehr gefördert. Blieb bei uns zu Hause ein Tisch-Ventilator plötzlich stehen, hieß es: »Padmaja, schau doch mal nach, ob du ihn nicht wieder ans Laufen kriegst.« Ich habe ihn dann aufgeschraubt, mir sein Inneres angesehen und festgestellt, dass das Prinzip ja ganz einfach ist. Als er wieder lief, hat mein Vater mich dafür sehr gelobt. Das hat mich motiviert. Dass ich ein Mädchen bin, spielte für ihn überhaupt keine Rolle. Bei uns in Indien ist das ohnehin anders als hier. Bei uns studieren sehr viele junge Frauen an der Uni Fächer wie Maschinenbau oder Informatik. Ich verstehe gar nicht, warum das hier anders ist. Wir Frauen können das genauso.

 

Aktuell absolvierst Du an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg einen zweiten Master-Studiengang: »Autonomous systems«. Für das Studium bist Du eigens nach Deutschland gekommen. Sehr mutig. Wie kam das?

PK: Ich wollte gerne weiterlernen. Als Maschinenbauingenieurin konnte ich nicht programmieren. Die perfekte Kombination aus beidem bieten Roboter. Das war das ganz große Ziel, das ich vor Augen hatte: beruflich mit Robotern arbeiten zu dürfen. Und tatsächlich habe ich in Indien an meiner Uni von dem besonderen Studiengang »Autonomous systems« hier an der H-BRS gehört. Er hat einen sehr guten Ruf. So habe ich mich eingeschrieben, bin nach Deutschland geflogen, ohne Deutsch-Kenntnisse und ohne hier irgendjemanden zu kennen, und habe angefangen zu studieren. An der H-BRS wiederum habe ich dann von der Möglichkeit gehört, am Fraunhofer FKIE als Studentische Hilfskraft mit Robotern arbeiten zu können. Ich habe mich sofort beworben und es hat geklappt.

 

Und durftest hier am Institut dann direkt mit Robotern arbeiten?

PK: Ja, durfte ich! Die Roboter sind unglaublich und es macht so viel Spaß, meine Begeisterung für sie kennt keine Grenzen.

 

Aktuell schreibst Du Deine Masterarbeit hier am Institut. Wie lautet Dein Zwischenfazit? Klappt das gut?

PK: Ja, das funktioniert prima. Ich fühle mich rundum gut betreut und mir wird sehr viel Zeit für die Arbeit eingeräumt. Wissenschaftler, Techniker – alle unterstützen, ich darf immer Fragen stellen. Und die Kollegen lesen netterweise auch alles, was ich schreibe, Korrektur. Schon allein wegen der Sprache bedeutet das für mich eine Riesenunterstützung.

 

Befasst Du Dich in Deiner Masterarbeit auch mit dem Thema »Roboter«?

PK: Na klar! Das Thema meiner Masterarbeit lautet »Dual-Arm Manipulation for Anthropomorphic Motion Mapping« (»Zwei-Arm-Manipulation mit anthropomorpher Bewegungsübertragung«). Aufgabenstellung ist die Entwicklung einer Methode zur direkten und intuitiven Führung eines Zwei-Arm-Roboters. Die Bewegungen des Roboters sollen dabei denen des Menschen so ähnlich wie möglich sein. Kurz gesagt: Die Roboterarme sollen genau das tun, was ich gerade mit meinen Armen tue, also meine Bewegungen 1:1 kopieren. Sehr spannend. Mal schauen, ob mir das gelingt.