Nukleare Sicherheitspolitik und Detektionsverfahren

Die Forschungsgruppe »Nukleare Sicherheitspolitik und Detektionsverfahren« verfügt über umfassende Erfahrung in der Vor-Ort-Erkennung von nuklearem und radioaktivem Material. Auf dieser Basis analysiert und bewertet sie nukleare sowie radiologische Bedrohungen systematisch und wissenschaftlich fundiert. Die Arbeiten stützen sich auf theoretische Simulationen und experimentelle Messungen mit modernen Detektionssystemen, darunter Gamma- und Neutronendetektoren. Untersucht werden sowohl aktive Nachweisverfahren mit portablen Neutronengeneratoren und mobile Methoden der Neutronenradiographie als auch neuartige Detektionsmaterialien beispielsweise zur gleichzeitigen Detektion von Neutronen und Gammastrahlung.

Darüber hinaus befassen sich die Forschungen mit wissenschaftlich-technologischen Fragen der nuklearen Sicherheitspolitik und Rüstungskontrolle, insbesondere im Kontext von Kernwaffen. Dieser Themenbereiche beinhaltet auch die Bestimmung möglicher Kernwaffenwirkungen und Abwehrmöglichkeiten gegen Nuklearterrorismus.

Eine eigene Feinmechanik-Werkstatt sowie ein Elektroniklabor ermöglichen die Anpassung, Integration oder Neuentwicklung spezialisierter Detektionsausrüstung.

Die Gruppe bringt ihre Kompetenz seit vielen Jahren in europäische Forschungsprogramme ein und hat bei zahlreichen EU-Projekten mitgewirkt (EDEN, SCINTILLA, CBORD, TeamUP u.v.a.).

Mobiles Messsystem DeGeN 

Das mobile Messsystem DeGeN (Detektion Gamma einschließlich Neutronen) wird in einem PKW betrieben. Das Messfahrzeug ist für die Suche und Identifikation von radioaktivem und nuklearem Material konzipiert, es kann strahlendes Material im Vorbeifahren detektieren. 

 

Gammadetektoren

Gammadetektoren verfügen über eine hohe Auflösung zur Identifikation von radioaktivem und nuklearem Material und können auch zur mobilen Gammaspektrometrie für den Einsatz vor Ort dienen.

 

Neutronendetektoren

Neutronendetektoren bieten eine hohe Effizienz zur Lokalisation und Identifikation von nuklearem Material. Insbesondere Spaltstoff und nukleares Material emittiert Neutronen.

 

Gammakamera

Die Gammakamera ermöglicht eine Überlagerung von Gammaintensität und optischem Bild.

 

Neutronengeneratoren

Es steht ein mobiler Neutronengenerator Thermo miniGen zur Verfügung, welcher sowohl kontinuierlich als auch gepulst betrieben werden kann. Hiermit wird die Entwicklung von aktiven Methoden zur Spaltstoffdetektion vorangetrieben.

 

Dunkelmessplatz

Der Dunkelmessplatz dient zum Testen von neuen Detektormaterialien und selbst konstruierten Detektoren.

 

SPOT

Der Roboterhund SPOT dient zum Testen des Nachweises radioaktiver und nuklearer Stoffe mit Fernlenkmanipulatoren.

 

QuTeSt: Qualifizierungs-Testsystem für Strahlenmessgeräte

Reproduzierbare Qualifizierungsmessungen von Strahlenmessgeräten nach einschlägigen Normen können mit den beiden QuTeSt Systemen durchgeführt werden. Mit dem statischen System kann eine Quelle innerhalb sehr kurzer Zeit von weniger als 0,5 Sekunden aus einer Abschirmung vor einen Detektor positioniert werden, um dessen Ansprechverhalten zu bestimmen. Das dynamische System erlaubt die Vorbeifahrt einer radioaktiven Quelle mit definierter Geschwindigkeit an einem Detektor und kommt beispielsweise bei der Prüfung von Portalmonitoren zum Einsatz.

  • Zerstörungsfreie Messtechniken für die Detektion und Identifikation von radioaktivem und nuklearem Material vor Ort
  • Entwicklung und Betrieb von mobilen Messsystemen zum Nachweis von radioaktivem und nuklearem Material (Systemintegration)
  • Unterstützung und Beratung von nationalen und internationalen Sicherheitsbehörden
  • Theoretische und experimentelle Untersuchungen zu Gefahren auf dem Gebiet der nuklearen Proliferation
  • Physikalische und technische Aspekte von Atomteststopp-Verträgen und von nuklearer Abrüstung
  • Analyse von Gefahren der illegalen Nutzung von radioaktivem Material für nicht-friedliche Zwecke (z. B. Terrorismus)

In Zusammenarbeit mit der Firma Hellma und einigen weiteren Partnern bearbeitet die Forschungsgruppe »Nukleare Sicherheitspolitik und Detektionsverfahren« das Projekt ScintLaCharm. Darin geht es um die Lokalisierung und Charakterisierung von radioaktivem Material mit modernen bildgebenden und spektrometrischen Verfahren der Szintillationsmesstechnik. Das Projekt wird im Rahmen des Förderkonzepts »FORKA – Forschung für den Rückbau kerntechnischer Anlagen« vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Projektträger ist die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS).