Fachontologie

Zentrales Online-Informationsportal »EnArgus« schafft Transparenz in der Energieforschung

Presseinformation / 24.4.2017

Rund 867 Millionen Euro hat die Bundesregierung im Jahr 2016 für die Energieforschung aufgewendet, eine neue Rekordsumme. Die erfolgreiche Energiewende zählt zu den wichtigsten Aufgaben für ein zukunftsfähiges Deutschland. Doch die Förderlandschaft wird zunehmend unübersichtlich: Was wird wo, wie und durch wen gefördert? Das Projekt »EnArgus«, an dem das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE maßgeblich beteiligt ist, schafft Klarheit. Es hat ein Informationsportal realisiert, das Politik, Projektträgern und der interessierten Öffentlichkeit einen zentralen Zugang zu bislang bereits 22.000 durch Bund und Länder geförderten Forschungsvorhaben bietet.

© www.enargus.de

Mittels der erstellten Fachontologie werden auch Synonyme des Suchbegriffs in die Projektsuche einbezogen, wodurch die Trefferquote sehr viel genauer ist.

© www.enargus.de

Bewilligte Summen je Bundesland im Bereich Windkraftanlagen.

»EnArgus« ist ein zentrales Informationsportal für laufende und abgeschlossene Energieforschungsvorhaben. Es soll Transparenz und die erleichterte Bewertung von Technologieentwicklungen ermöglichen. Beauftragt und gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Ein Konsortium unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT hat es bis April 2017 realisiert. Seitdem ist das Informationsportal – vorläufig noch in der Beta-Version – öffentlich online zugänglich.

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, nutzte die offizielle Vorstellung des »Bundesberichts Energieforschung 2017« Mitte April, um auf das Angebot aufmerksam zu machen. »EnArgus« mache alle Zahlen zu öffentlich geförderten Forschungsprojekten leicht zugänglich und nachvollziehbar. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende sei eine leistungsstarke Energieforschung, betonte Zypries. Transparenz sei in diesem Bereich daher sehr wichtig.

Was wird wo, wie und durch wen gefördert?

Insgesamt zehn Institutionen haben an der Realisierung von »EnArgus« mitgewirkt: Das Ergebnis ist ein Portal, das auf bestehende Daten zu mehr als 22.000 geförderten Projekten zurückgreift. Die durch das Fraunhofer FKIE erstellte und in das »EnArgus«-System integrierte Fachontologie – eine formal repräsentierte Wissensbasis zur Energieforschung – erlaubt auf diesen Daten eine »semantische« Suche. Das repräsentierte Wissen basiert auf 2000 unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI redaktionell neu erstellten Wiki-Texten zur Energieforschung. Professor Dr. Ulrich Schade, verantwortlicher Forschungsgruppenleiter am Fraunhofer FKIE, erläutert: »Die semantische Suche selbst erlaubt das Auffinden von Informationen auch dann, wenn der eingegebene Suchbegriff, wie etwa Windkraftwerk, nicht im Text relevanter Projekte auftritt, weil dort stattdessen etwa ein bedeutungsähnlicher Begriff, wie Windkraftkonverter, genutzt wird.«

Über die semantische Suche hinaus bietet »EnArgus« natürlich auch die Möglichkeit, Projekte nach Zeitraum, Fördersumme, Landesgrenzen und Zuwendungsgeber zu sortieren. Suchergebnisse können zudem in ein Diagramm oder eine interaktive Karte überführt werden. Dadurch lässt sich beispielsweise schnell herausfinden, in welchen Bundesländern oder Regionen besonders viel zu einem bestimmten Energiethema geforscht wurde oder wird.

Zweiter, zugangsgeschützter Zugang für Ministerien und Projektträger

Neben dem öffentlichen Zugang stellt »EnArgus« einen internen, aus datenschutzrechtlichen Gründen zugangsgeschützten Bereich für Ministerien und Projektträger bereit, über den komplexere Abfragen möglich sind. Das umfangreiche Fachwissen aus den Wiki-Texten wiederum wurde in ein gedrucktes Fachlexikon überführt. Das über 1000-seitige »Energiekompendium« wird, wie auch das »EnArgus«-Portal, im Rahmen der Berliner Energietage vom 3. bis 5. Mai 2017 vorgestellt.

Projektpartner:

  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT
  • Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
  • OrbiTeam Software GmbH & Co. KG
  • Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft (LEE) der Ruhr-Universität Bochum
  • Institut für Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Abwassertechnik, Abfalltechnik, Industrielle Stoffkreisläufe, Raum- und Infrastrukturplanung (IWAR) der Technischen Universität Darmstadt
  • Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart (MPA Stuttgart, Otto-Graf-Institut FMPA)
  • ZEDO Zentrum für Beratungssysteme in der Technik an der Technischen Universität Dortmund
  • Institut für Energie- und Klimaforschung – Systemforschung und Technologische Entwicklung des Forschungszentrums Jülich
  • [bense.com] GmbH