Sensordaten- und Informationsfusion - Projekte

Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE

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Security Assistance – Unterstützung für mehr Sicherheit

Im Zuge des Transformationsprozesses der Bundeswehr umfasst das Spektrum der Aufgaben nicht mehr nur die Überwachung bundeswehreigener Anlagen und Standorte, sondern auch die Wiederherstellung bzw. Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit am Einsatzort. Von zentraler Bedeutung ist dabei insbesondere der Schutz von sicherheitskritischen Zugangsbereichen, wie etwa der Eingänge von Feldlagern oder von zivilen Transportinfrastrukturen. Um die dabei anfallenden Überwachungsaufgaben kontinuierlich und zuverlässig zu erfüllen, benötigen die Einsatzkräfte verstärkt die Unterstützung moderner, multisensorieller Aufklärungssysteme. Diese Systeme müssen in der Lage sein, verschiedenste Arten von Anomalien in Echtzeit zu detektieren, durch eine intelligente Auswertetechnologie als Bedrohung zu identifizieren und einen entsprechenden Hinweis an die verantwortlichen Einsatzkräfte zu geben.

Sicherheitsassistenzsysteme für komplexe, dynamische Umgebungen

Die Entwicklung von Sicherheitsassistenzsystemen ist wegen der komplexen, dynamischen Einsatzumgebung und des schwer kalkulierbaren Bedrohungsspektrums eine wissenschaftliche Herausforderung. Da das System die Zuordnung von detektierten Bedrohungen zu Personen automatisch durchführen soll, ist ein robustes Multi-Personen-Tracking innerhalb des überwachten Bereiches unerlässlich. Ein geeigneter Überwachungsbereich ist durch eine überwiegend fließende Personenbewegung und nur mäßige Personendichte charakterisiert. Darüber hinaus sollte die Architektur des Bereiches Möglichkeiten zur gleichmäßig verteilten Installation der Sensoren bieten. Die häufig auf Bahnhöfen oder in Flughäfen zu findenden Korridorbereiche eignen sich für solche Anwendungen besonders gut, da sie eine Verteilung der Sensorik entlang der Wände ermöglichen und somit ein Zeitfenster aufspannen, während dessen die passierenden Personen kontinuierlich und aus verschiedenen Winkeln sensoriell beobachtet werden. Wegen der gegenwärtigen Bedrohungslage ist insbesondere der sensorielle Nachweis von Explosivstoffen von Bedeutung. Darüber hinaus ist auch die Detektion von radioaktiven Materialien relevant, da diese als Bestandteil einer radiologischen Bombe verteilt werden könnten. Das Aufspüren von unerlaubt transportiertem radioaktivem Material könnte somit entscheidend zur Verhinderung solcher Anschläge beitragen.

Das Personal von ermüdenden Routinetätigkeiten entlasten

Von besonderer Relevanz sind verdeckt arbeitende Sicherheitsassistenzsysteme, die die Abläufe in überwachten Bereichen nicht beeinträchtigen, die kontinuierlich die Datenströme der verteilten Sensorik analysieren und nur im Falle einer festgestellten Bedrohung ein Tätigwerden des Überwachungspersonals erfordern. Das Personal wird durch das Assistenzsystem von ermüdenden Routineprüfungen entlastet, kann sich auf die individuelle Kontrolle potenzieller Bedrohungsträger konzentrieren und damit zu einer abschließenden und zuverlässigen Entscheidung kommen.

Der Dual-Use-Charakter einer solchen Anwendung ist offenkundig. Die terroristischen Anschläge der vergangenen Jahre haben auf drastische Weise gezeigt, dass insbesondere Transportsysteme ein bevorzugtes Ziel asymmetrischer Bedrohungen sind. Bereiche mit erhöhtem Schutzbedarf sind demnach alle Arten von Zugangsmöglichkeiten zum öffentlichen Personentransport, wie etwa Flughafenterminals, Fährterminals oder Bahnhofsgebäude. Im Hinblick auf die Schädigungsabsichten terroristischer Gruppierungen kann man jedoch davon ausgehen, dass generell jeder öffentliche Bereich, in dem sich zu einer bestimmten Zeit eine große Anzahl Menschen aufhält, durch zuverlässige Überprüfung seiner Zugänge geschützt werden muss. Sicherheitsassistenzsysteme, die kontinuierlich und unbemerkt den Personenstrom analysieren, sind demnach auch im zivilen Kontext eine sinnvolle technische Unterstützung.

Die Arbeiten im Bereich »Security Assistance« fließen deshalb als wichtige Komponente in verschiedene Sicherheitsforschungsprojekte ein, die von der EU oder nationalen Einrichtungen gefördert werden. Hauptsächliche Einsatzorte sind Airport Checkpoints, Sicherheit in Fährhäfen, Border Crossing Points, Blue und Green Border Surveillance. Ferner stehen Zugangskontrollkomponenten für Feldlagerschutz im Fokus der aktuellen Arbeiten.