Fachmesse  /  19.9.2017  -  20.9.2017

DWT: Forum Bundeswehrlogistik 2017

»Die Einbindung gewerblicher Leistungserbringer in das logistische System der Bundeswehr« lautet der Titel des zweiten DWT-Forums Bundeswehrlogistik, das vom 19. bis 20. September 2017 in der Messe Erfurt stattfindet. Das Fraunhofer FKIE ist mit Exponaten (Stand B8) und einem Vortragsbeitrag (Mittwoch, 20. September, 11:10 Uhr) vor Ort und präsentiert das Forschungsfeld:

 

»INTEGRIERTE ENTSCHEIDUNGSUNTERSTÜTZUNG FÜR KOMPLEXE PROZESSLANDSCHAFTEN«

Logistik ist ein Kernbereich der Bundeswehr mit wachsender Bedeutung. Parallele Auslandseinsätze, internationale Zusammenarbeit im Rahmen der NATO und immer komplexer werdende Technik sind nur drei Bedarfstreiber für ein effizientes und effektives Logistikmanagement über die gesamte Prozesskette hinweg – von der Planung über den Transport bis hin zur Instandsetzung.

Das erfordert hohe Flexibilität und gutes Ressourcenmanagement sowohl im Routinebetrieb als auch im Einsatz. Die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologie, wie sie am Fraunhofer FKIE erforscht wird, kann bei Management und Optimierung von komplexen Prozesslandschaften gezielt unterstützen.

Fraunhofer FKIE arbeitet hin auf die praktische Anwendung passgenauer, innovativer Lösungen und hat unter anderem ein einsatzreifes System zur Entscheidungsunterstützung in kritischen Situationen entwickelt. Das System wird bereits erfolgreich im zivilen Bereich eingesetzt und hier beispielsweise für den operativen Flughafenbetrieb genutzt. Es baut auf einer durchgängigen Digitalisierung, der Ausschöpfung des Potenzials moderner Analyseverfahren und der gezielten Entscheidungsunterstützung der Operateure in ihrer dynamischen Prozesslandschaft auf.

Entlastung statt Belastung durch Technologie

Heterogene Systeme und Sensornetze generieren bereits zahlreiche Daten für Ressourcenauslastung, Einsatzpläne, Gefahreneinschätzung und weitere Informationen. Viele Daten stellen aber auch hohe Anforderungen an deren echtzeitnahe Fusion, Verarbeitung und Bereitstellung für die Operateure. Gefragt sind daher nutzerbezogene Assistenzsysteme, die ein frühzeitiges Eingreifen auf intuitive Art unterstützen. Dabei müssen Probleme wie mangelnde Interoperabilität, fragmentierte Lagebilder, Kommunikationsbrüche oder unzureichende Koordination verteilter Einsatzkräfte überwunden werden.

Eine mögliche Lösung liegt in einer integrierten Entscheidungsunterstützung unter transparenter Einbindung statischer Daten und diverser datengebender Sensorik. Es gilt dabei, die Daten umfassend automatisiert auszuwerten, sie intensiver intelligent miteinander zu verknüpfen, sich stärker auf die Entscheidungsknoten zu konzentrieren und die Daten besser nutzerbezogen aufzubereiten. Gleichzeitig soll der systemspezifische Schulungsaufwand reduziert werden.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist dabei die Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Quellen: die Datenfusion. Sie fügt Einzelinformationen diverser Sensoren zu einem konsistenten Lagebild zusammen. Darauf aufsetzend unterstützen moderne Analyse- und Prädiktionsverfahren die Operateure gezielt bei ihren Aufgaben.

Die Kernfrage ist, welche Informationen entsprechend der jeweiligen Rolle wirklich relevant sind und wie die Operateure diese intuitiv nutzen können. Für die gezielte Unterstützung der jeweiligen Rollen nutzt die FKIE-Lösung georeferenzierte Lageinformationen genauso wie eine integrierte, konsistente Datenbasis für die  Entscheidungsunterstützung. Die Operateure sind in ein verteiltes, kooperatives Netzwerk eingebunden, das zentrale koordinierende und dezentrale ausführende Elemente miteinander verbindet. Die linke Hand weiß, was die rechte tut.