Auszeichnung

»Es gibt noch viel zu wenig Frauen im Bereich der Robotik«

15.8.2017

Im Rahmen der RoboCup-Weltmeisterschaft im japanischen Nagoya hat die RoboCup Foundation Padmaja Kulkarni, Studentin der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) im Master-Studiengang »Autonomous Systems« und studentische Hilfskraft im Bereich »Robotik« am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE, mit dem Silvia Coradeschi RoboCup Award 2017 ausgezeichnet. Dieser Preis wird seit 2014 an vielversprechende Wissenschaftlerinnen in der Robotik vergeben. Die Ehrung ging damit – nach Universitäten in den USA, den Niederlanden und Schweden – zum ersten Mal an eine Forscherin einer deutschen Hochschule.

Kulkarni konnte somit mit einem doppelten Erfolg aus Japan zurückkehren: Denn neben ihrer persönlichen Auszeichnung als Wissenschaftlerin erzielte sie bei der Robotik-Weltmeisterschaft mit ihrem Hochschul-Team »b-it bots« in der Kategorie @Work der Industrial-Liga zudem den vierten Platz. Eine respektable Leistung angesichts des Umstands, dass das Team mit einem Handicap in den Wettbewerb starten musste: »Ein Koffer mit wichtigem Equipment unseres Roboters wie Kabel, Batterien, Netzteil und Roboterhand war nicht mit unserem Flug in Japan angekommen«, erklärt die 26-jährige Studentin.

Wie sich herausstellte, hatte der Customer Service am Flughafen in Rom das Gepäckstück aus Sicherheitsbedenken zurückgehalten. Glücklicherweise wurden die fehlenden Teile einen Tag später nachgeliefert, andernfalls wäre die gesamte Teilnahme an der Weltmeisterschaft geplatzt. Das Team hatte dadurch jedoch mit einem großen zeitlichen Nachteil zu kämpfen.

Die Ehrung mit dem Silvia Coradeschi RoboCup Award erhielt Kulkarni für den Umfang ihrer Mitarbeit im Wettbewerb und im Team, das neben ihr durch vier männliche Kollegen vervollständigt wurde. Der Robotik möchte die junge Wissenschaftlerin auch zukünftig treu bleiben: So würde sie nach Abschluss ihrer Master-Arbeit zum Thema »Two arm manipulator« gerne weiter am Fraunhofer FKIE arbeiten und im Bereich »Mensch-Roboter-Interaktion« forschen. Und sie ist überzeugt: »Es gibt noch viel zu wenig Frauen im Bereich der Robotik, es sollten viel mehr werden.«